Sauberkeit

 
Würden Sie etwas anfassen, was nicht sauber ist?

Das ist ein wichtiges Thema, das zu Recht immer wieder angesprochen wird. Doch wovon ist die Rede? Vom Taubendreck in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade? Von den Hinterlassenschaften der berittenen Polizei? Nein, es geht meistens um Graffiti.
Zugegeben: Graffiti ist nicht schön. Graffiti ist weniger Kunst, sondern viel mehr Vandalismus. Aber: Graffitis kann man anfassen. An Graffitis kann man sich gegenlehnen, ohne seine Kleidung hinterher waschen zu müssen. In Graffitis stecken keine Parasiten und Bakterien. Graffitis stinken nicht. Graffitis erzeugen zwar Stirnrunzeln, aber keinen Brechzeiz. Graffitis sind zwar unschön, aber im Grunde genommen sauber.
Doch auch in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade ist man aus unerfindlichen Gründen auf Graffitis geeicht. An den weißen Säulen sieht man, dass Graffitis sehr schnell wieder weiß übergepinselt werden. Dass man wenige Meter daneben aufpassen muss, wohin man seine Füße setzt, ohne die Schuhe zu beschmutzen, scheint niemanden zu stören.
Sollte man bei dem Begriff "Sauberkeit" nicht einmal wichtigere Prioritäten setzen als Graffitis?



Und dann gibt es immer noch Leute, die es für nötig halten, Nachschub zu liefern. Großzügig verteilen sie das Ausgangsmaterial für weiteren Taubendreck in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.

Nichts gegen praktizierte Tierliebe. Aber warum gehen diese Leute nicht zum Tierheim und holen sich dort eine Katze oder einen Hund? Diese herrenlosen und wegen Platzmangel zusammengepferchten Tiere haben Zuneigung doch so viel nötiger als die Tauben!